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Der "Vater" der Schweizerischen Yolo-Gruppe ist Dipl. Ing. Herwin G. Ziegler (*1927).
Er ist vielen älteren Astroamateuren durch seine Veröffentlichungen zur Instrumententechnik wohlbekannt. Ihm ist es zu verdanken, dass der geniale Entwurf von Prof. Arthur Leonard in den Händen der Amateure diesseits des Atlantiks Früchte trägt.Im August 1992 startete er die Yolo-Gruppe der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft mit einem Artikel in der Zeitschrift ORION (Orion 251, August 1992, 152 - 155; siehe untenstehender Link)
Dieser Artikel überzeugte ein gutes Dutzend Amateure - langjährige Schleifprofis wie auch Neulinge -, sich an den Selbstbau dieses hierzulande noch weitgehend unbekannten Teleskopsystems zu wagen.
Knapp zwei Jahre später waren die ersten Teleskope einsatzfähig - und überzeugten auf Anhieb durch hervorragende Abbildungsleistung. Weitere Interessierte fanden sich ein, und heute, fünfzehn Jahre später, sind die meisten der ursprünglichen Mitstreiter noch immer aktive Teilnehmer an den regelmässig stattfindenden Zusammenkünften, die nicht mehr nur dem Austausch von Fachwissen, sondern immer mehr vor allem der Pflege von langjährigen Freundschaften im Zeichen der "Schiefen" gelten.
"... Bewertet man das Yolo-System "integral", dann ist es bei Öffnungsverhältnissen > 1:12 das beste Spiegelsystem, das es überhaupt gibt. Es besitzt eine gute Bildfehlerkorrektur und exzellente Kontrasteigenschaften. Für die Beobachtung von Planeten und Objekten mit hohen Kontrastanforderungen ist es das Teleskopsystem der Wahl. "Integrale Bewertung" meint, dass nicht nur theoretische Systemaspekte, wie die Bildfehlerkorrektur, die MTF (Modulation Transfer Function) usw., sondern auch die praktischen Herstellbarkeitsaspekte, die für einen amateurmässigen Bau massgebend sind, in die Bewertung einbezogen sind. Ein theoretisch exzellentes System nützt dem Amateur wenig, wenn es von ihm nicht in adäquater Qualität hergestellt werden kann.
Das Yolo-System besitzt zwei konkave Spiegel, die das Petzvalkriterium erfüllen; die Systembrechkraft teilt sich zu etwa zwei gleichen Teilen auf die Brechkräfte der beiden Spiegel auf. Ein Systemöffnungsverhältnis von 1:12 ergibt sich dem gemäss durch die Kombination zweier Konkavspiegel von 1:24. Bei so schwach gekrümmten Spiegeln sind die inhärenten Bildfehler beider Spiegel sehr klein. Allerdings werden durch das Kippen der Spiegel axiale Koma und axialer Astigmatismus eingeführt. Diese Bildfehler können jedoch durch geeignete Wahl der Kippwinkel und der Spiegelform exakt behoben werden. Einer der beiden Spiegel muss dazu die Form eines Toroids (ein offaxialer Ausschnitt einer rotationssymmetrischen Kurve) erhalten.
Amerikanische Amateure und Mitglieder unseres Schweizer Yolo-Teams haben gezeigt, dass Toroidspiegel mit hoher Genauigkeit geschliffen werden können. Die konkaven Spiegel für ein Yolo-System lassen sich zudem einfach ohne Hilfsoptik mit der Focault-Methode messen. Kommt noch hinzu, dass es sich dabei, im Gegensatz zu Parabolspiegeln, um einen Nulltest handelt. Wellenfrontfehler von lambda/40 können damit gut detektiert und gegebenenfalls mit Geduld retuschiert werden. Das Yolo-System hat noch eine Reihe weiterer Vorteile, die hier nicht aufgezählt werden. Ein Nachteil ist seine Baulänge. Sie ist vergleichbar mit der eines äquivalenten Refraktors. ..."
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